Sie werden auch „Engel von Nairobi“ genannt: die die Himmelfahrtsschwestern von Eldoret in Kenias Hauptstadt. Mehrere Tage pro Woche sind sie unterwegs und kümmern sich um Jungs und Mädchen, die ihren Ausweg in Drogen und Kriminalität suchen. Was sie dabei genau tun, um den Kindern ihre Würde zurückzugeben.
In Kenias Hauptstadt Nairobi leben über 60.000 Familien auf der Straße – darunter tausende Kinder und Jugendliche, die nicht in die Schule gehen. Oft nehmen sie Drogen oder werden in illegale Aktivitäten verwickelt. Diese Not und Ausweglosigkeit zu lindern, haben sich die Himmelfahrts-Schwestern von Eldoret („Assumption Sisters of Eldoret“) auf ihre Fahnen geschrieben. Der Orden wurde 1982 gegründet und hat heute etwa 200 Mitglieder. „Ursprünglich konnten wir uns nur um Jungen kümmern, aber jetzt helfen wir auch den Mädchen. Sie sind noch verletzlicher in dieser rauen Umgebung“, erzählt Schwester Caroline Ngatia bei einem Besuch in der Zentrale des weltweiten katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“ (ACN).
Ordensschwestern sind Hilfe für missbrauchte Seelen
Drei Tage pro Woche sind die Schwestern auf den Straßen unterwegs, besuchen Obdachlose und Familie: „Viele Eltern sind drogenabhängig, sie können sich kaum um die Kinder kümmern.“ Die Ordensfrauen bieten den Eltern an, ihre Kinder in einem Wohnheim zu betreuen und ihnen dort auch eine Schulausbildung zu ermöglichen.
Doch es gehe um noch mehr, betont Schwester Caroline: „Wir übernehmen die Schulkosten und unterstützen die Kinder seelsorgerisch, medizinisch und therapeutisch. Denn gerade viele Mädchen wurden missbraucht oder haben sich mit Aids infiziert.
Wir helfen ihnen, ihr Leben zurückzugewinnen.“ Die Heimunterbringung ist dabei kein Dauerzustand: „Wir halten ständig Kontakt zu den Familien. Wir bieten auch den Eltern Suchttherapie und psychologische Begleitung an. Dazu verweisen wir an spezielle Zentren.“
Unterschiede gebe es zwischen den Geschlechtern, was die Zahl der Rückfälle in das „alte“, von Drogen und Kriminalität bestimmte Leben angeht: „Bei den Jungen liegt unsere Erfolgsquote bei gut 50 Prozent, bei den Mädchen aber bei 100. Wenn wir diese Mädchen bei uns aufnehmen, erleben wir eine totale Veränderung. Sie werden zu besseren Menschen und übernehmen Verantwortung für sich und andere.“
Eigenes Heim für Jungen in Krisensituationen geplant
Dass die Hälfte der Jungen rückfällig wird, führen die Schwestern darauf zurück, dass sie sich nicht wie bei den Mädchen rund um die Uhr in einem eigenen Wohnheim um sie kümmern können. Deshalb ist eine eigene Einrichtung für Jungen bereits in Planung. Das Hilfswerk „Kirche in Not“ wird nicht nur beim Neubau helfen, sondern unterstützt seit vielen Jahren die Ordensausbildung der angehenden Schwestern.
„Wir sehen unmittelbar die Früchte einer guten Ausbildung: Unsere Schwestern leiten die Heime so effizient und mit Herzblut, dass uns andere Einrichtungen um Unterstützung bitten“, berichtet die Generalobere der Himmelfahrts-Schwestern, Schwester Joyce Nyagucha Ontune. „Die
Ausbildungshilfen sind entscheidend für den Erfolg unserer Mission.“ Die Schwestern haben große Pläne – auch nehmen sie den Leitsatz „Hilfe zur Selbsthilfe“ sehr ernst: „Wir arbeiten dafür, eines Tages wirtschaftlich auf eigenen Beinen zu stehen. So können die Hilfsgelder von ,Kirche in Not’ anderen Projekten zugutekommen. Und wenn unsere Gemeinschaft wächst, können wir eines Tages selbst zu Spenderinnen für andere werden.“
Schreibe einen Kommentar